Betriebsspiegel : Biolandhof Maage 2010
BUNDESDEMONSTRATIONSBETRIEB FÜR ÖKOLOGISCHEN LANDBAU

Allgemeines:

Der Hof liegt im Calenberger Land, 9 km westlich von Hannover direkt an der B65, über die der Betrieb gut zu erreichen ist. Zugepachtete Flächen in Egestorf 10 km und Dedensen 15 km
Mit den Maschinen und Menschen wird auch der zukünftige Betriebssitzsitz in Ostermunzel bewirtschaftet, der am 01.07.2010 nach 20jähriger Verpachtung nun wieder von der Familie
( Maarten Maage) als selbstständiger Umstellungsbetrieb auf ökologischen Landbau geführt wird.
Dort werden 50 ha Ackerland bewirtschaftet.

Größe: 64,31 ha
Ackerland: 55,77 ha
Grünland: 2,33 ha
Hecken: 1,65 ha
Wald: 4,06 ha
Hof: 0,50 ha
Pachtanteil: 79 %
Ertragsmesszahl: 65,6
Hektarwert: 1249,59 €
Bodenart: Lößlehm auf Buntsandstein oder Ton in Benthe, in Egestorf Lößlehm auf Ton,
in Dedensen lehmiger Sand


Mitarbeiter:

Betriebsleiter ca 50% sonst Hofladen ( Büro ) und Altersteilzeit 2 festangestellte Mitarbeiter in Vollzeit. Saisonarbeitskräfte


Geschichte:

Entstanden aus 2 Köthnerstellen; von Friedrich Maage als konventioneller Betrieb 1972 übernommen, mit Zuckerrüben, Weizen, Gerste, Ackerbohnen (Vermehrung), Bullenmast (40 Stck ), Mastschweine (600 Stck.) / Jahr. Umstellung auf ökol. Landbau ab 1985; Bioland-Vertrag 1987; Anerkennung 1990; Betr.Nr . 30687


Hofladen :

Direktvermarktung ab 1982 mit Dosenwurst u. Schweinefleisch
Erste Ladenstrukturen ab 1985: Ausbau im Keller des Wohnhauses von 5 qm auf 40 qm bis ins Jahr 1992. Dann Umzug in den ehemaligen Schweinestall ebenerdig auf 100 qm ; letzte Erweiterung auf 150 qm im Jahr 1999.
Der Laden ist ein eigenständiger Gewerbebetrieb, der von Ulrike Maage aufgebaut und weiterentwickelt worden ist. Es werden 3 festangestellte Mitarbeiterinnen beschäftigt und bis zu 2 Aushilfskräfte. Das Sortiment umfasst jetzt ca. 2000 Artikel. Der Anteil der Vermarktung eigener Produkte ist von 100 % am Anfang auf z.Zt. ca. 15 % gesunken. Der Laden trägt im Schnitt der Jahre mit 20% zum Familieneinkommen bei.


Ackerbau:

Die Fruchtfolge wird nach folgenden Grundsätzen eingehalten:
Wechsel zwischen Sommerung u. Winterung; Starkzehrer nach Leguminosen;
Kartoffeln nicht unmittelbar nach Leguminosen;
starker Zwischenfruchtanbau (ca. 35ha/Jahr);
Brache 10%


Anbau 2009/2010:

Frucht ha Ertragserwartung
Weizen 8,90 50 dt
Roggen 5,97 40 dt
Dinkel 5.32 30 dt
So.Menggetreide 5,54 50 dt
Kleegras Vermehrung 4,71 5 dt
Kartoffeln 15,07 200 dt
Möhren (LEH) 5,04 750 dt
Stillegung 3,26  
Kleegras 1,71  
Blumenfeld 0,25  
Im Anbau waren bis zum Jahr 2000 auch über 5 ha Grobgemüse; der Anbau wurde aus gesundheitlichen Gründen u. nach Absprachen mit 5 Partnerbetrieben aufgeteilt.
Hier auf dem Betrieb ist der Frühkartoffeln-Anbau verblieben und seit 2008 wieder Möhrenanbau. Ein Warenaustausch zwischen den Betrieben findet regelmäßig statt.
Die Frühkartoffeln werden außer für die Partnerbetriebe auch für den Großhandel ( Naturkost ) ab Anfang Juni angeboten. Alle anderen Kartoffeln werden vom Hof direkt vermarktet. ( ca. 50 %) und über Bio Markt Nord an den LEH Möhren werden zu 5% direkt und über Partnerbetriebe vermarktet der Rest über verschiedene Abnehmer für Naturkost Großhandel und LEH.
Von den Bäckern, die Getreide abnehmen, wird Brot für den Hofladen zurück genommen.
Die Getreidereinigung u. das Schälen des Dinkels erfolgen bei der GAW Wendhausen.
Das Sommermenggetreide wird den Schweinen gefüttert Kleegrasvermehrung für Camema in Lauenau der Schröpfschnitt wird mit Schweine / Pferde Mist und 2 Schnitten beim Kleegras zu Kompost verarbeitet

Gebäude:

Wohnhaus (Denkmalschutz), Bj. 1898: 4 Wohnungen, davon 3 vermietet, eine Betriebsleiter Wohnung.
Ehem. Viehstall, umgebaut 1992 zu Laden u. Nebenräumen, vermietet an Land-Laden. Holzheizkessel Lopper 49 KW im Nebenraum; angebaut die Hofdrogerie, z.Zt. vermietet als Wohnraum.
Energieversorgung: Heizung zu 90 % aus nachwachsendem Rohstoff Holz Strombezug über Energieversorger "Naturstrom"
Halle Bj. 1982: Getreidelager: Holzsilos, Bj. 1984 ; 6 Zellen für 120 t; Kartoffellager, Bj. 1990 , belüftet, einfach isoliert
( Noppenfolie), beheizbar ( Gasbrenner), für 150 Großkisten Vorwärmraum für Kartoffeln; Strohlager Bj. 1990 für ca. 1500 HD-Ballen
Werkstatt Schuppen Bj. 1983 als Maschinenunterstellraum u. Holzlager
Schweinestall mit Jauchegrube, Bj. 1992; Offenställe für alle anderen Tiere
Lagerraum u. Unterstellräume für den Hofladen
Der Betrieb in Benthe wird nach und nach Ostermunzel verlagert. Der Hofladen bleibt vorerst in Benthe. Zur Zeit wird ein neues Kartoffel Kühl & Belüftungslager für 300 to sowie ein Getreidelager in Ostermunzel gebaut.

Tierhaltung:

Schweine:
Haltung im Offenfrontstall ( Bj. 1992, als der Laden aus dem Keller in den ehem. Schweinestall kam )
Zukauf von Ferkeln ( von Bioland-Betrieb Göhner) , Gewicht ca. 30kg;
Rasse : Kreuzung : DE/DL X Hampshire
Fütterung: Sommergerste-Erbsen-Gemenge, Weizenkleie, Mineralstoffe, sowie aussortierte gedämpfte Kartoffeln, 22-30% Eiweißergänzer (Sojakuchen, Weizenkleie, Sonnenblumenkuchen, Ackerbohnen, Luzerne )
Tägliche Zunahmen zwischen 500 - 600 g; Mastdauer: 8 - 9 Monate
Mastendgewicht zw. 110 - 130 kg
Mast von ca. 90 Schweinen /Jahr
Schlachtung u. Verarbeitung ( für den Hofladen) in einer Schlachterei in Eyestrup
Vermarktung von 30 Schweinen über den Hofladen, einige Schweine werden an Kollegen verkauftund die Hälfte an Ökoland Schlachtung 1x Monat 2-3 Schweine

Sonstiges Vieh:

1 Esel, 2Pony, 1 Kleinpferd, 1 dt. weiße Edelziegen, 1 dt. bunte Edelziege, 1 Schaf,
2 Wollschweine, 5Toulouser Gänse, 4 Laufenten:.
Diese Tiere dienen in erster Linie der Hofbelebung und werden artgerecht gehalten.

Maschinen:

Schlepper: JD 6620 ( 2003) & JD 6400 (1997)
Gabelstapler Clark 1,5 to & Jungheinrich 3 to
Kartoffelroder Grimme 7540
Kartoffelpflanzmaschine Struktural 4-reihige u. Pflanzmaschine für Gemüse u. Kartoffeln ( von Hand)
Bodenbearbeitungsgeräte: Pflug, Saatbettkombination, Striegel, Häufler AVR, Rotary How 6 mtr.
anteilig: Rollhacke, Grubber, Häcksler, Düngerstreuer
Miststreuer, Güllewagen, Drillmaschine, diverse Anhänger bis zu 8 t, diverse Getreideschnecken; Schrotmühle
Holzspalter, Motorsägen, Kleingeräte