Getreide  
     
 

Neben den Kartoffeln spielt das Getreide eine große Rolle im Ackerbau und stellt ein wichtiges Glied in der vielfältigen Fruchtfolge dar.
Auf ca. 20 ha der Anbaufläche werden die Getreidearten Weizen, Roggen, Dinkel und ein Sommergerste –Erbsengemenge ange baut. Im Vergleich zum konventionellen Landbau entwickeln sich aufgrund geringerer Stickstoffversorgung weniger ährentragende Halme/m² , folglich kommt dann in den Pflanzenbestand mehr Licht und Luft. Letzteres ist eine gute Prophylaxe gegen Pilzerkrankungen, gegen die wir nicht mit chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln vorgehen. Vorbeugend gegen Pflanzenkrankheiten wirkt sich auch eine viel seitige Fruchtfolge aus, da die jeweiligen Erreger ( Pilze, Bakterien, Schädlinge) bei einem Wechsel der Frucht ihre nötige Wirts pflanze nicht mehr vorfinden und sich nicht weiter ausbreiten.
Natürlich fällt bei einer geringeren Pflanzendichte der Ertrag niedriger aus, aber die Einzelpflanze kann sich gut entwickeln und enthält eine höhere Konzentration an Inhaltsstoffen. So hat beispielsweise unser Winterweizen auch ohne den Einsatz industriell hergestellter Mineraldünger einen hohen Proteingehalt, was für eine gute Backqualität entscheidend ist.

   
Für eine gute Nährstoffversorgung des Bodens sorgen die betriebseigenen organischen Dünger Jauche und Mist,
die aus der Schweinehaltung anfallen, sowie der Zwischenfruchtanbau mit Kleegras oder einem Gemenge von
Wicke, Klee und Ölrettich. Klee und Wicke sind als Leguminosen in der Lage über die Knöllchenbakterien Luftstick-
stoff zu binden und diesen boden- und pflanzenverfügbar zu machen – somit sind sie ganz wichtige „Mitarbeiter“
für die Nährstoffversorgung.
 
Um Wasser und Boden zu schonen und um Rückstände zu vermeiden, verzichten wir im ökologischen Landbau auf den Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln, die den Aufwuchs von Beikräutern verhindern. Die Terminwahl der Aussaat ist daher bei uns eine wichtige strategische Maßnahme, um einem starken Auflaufen von Gräsern entgegenzuwirken : Roggen wird nicht vor Mitte Oktober ausgesät, das Drillen von Weizen erfolgt erst gegen Ende Oktober. Auch der Wechsel in der Fruchtfolge zwischen Sommerung ( Pflanzen, die im Frühjahr ausgesät werden, z.B. Sommergerste ) und Winterung (Aussaat im Herbst, z.B. Winterweizen )ist im ökologischen Landbau von großer Bedeutung zur Vermeidung von hohem Beikrautaufkommen.  

Als weitere Pflege- und Beikrautregulierungsmaßnahme
wird das Getreide im frühen Wachstumsstadium mehrmals
gestriegelt.
  Der Striegel kann nicht nur als
gezogenes Gerät, sondern auch am Frontlader montiert im späteren Aufwuchsstadium zum Einsatz kommen, z.B. um die Wicke im Dinkel zu entfernen.
 
Weizen, Roggen und Dinkel werden als Brotgetreide angebaut, was ein sehr hygienisches Arbeiten erfordert: das Korn kommt vom Mähdrescher auf den Anhänger und von dort über eine Schnecke direkt in Holzsilos; wo es belüftet und bis zur Reinigung gelagert wird.    
Im Laufe des Jahres wird das Korn dann partieweise zu einer Getreidereinigung in Wendhausen bei Hildesheim gefahren, wo es nach dem Reinigungsprozess in 25 kg-Säcke verpackt wird.
Zur Vermeidung bzw. Bekämpfung von Lagerschädlingen werden neben absoluter Sauberkeit der Silos Nützlinge eingesetzt, z. B. die Lagererzwespe gegen den Kornkäfer.
Der Dinkel wird zudem dort von der Spelze befreit. Der Dinkelspelz kommt in Big-Packs und findet als Einstreu im Schweineauslauf Verwendung.
Ca. 10 % des Getreides werden in Gebinden von 1 - 25 kg direkt über den Hofladen vermarktet, der andere Teil geht zur Bäckerei „Doppelkorn“ in Hannover und zum Bäcker „Wilke“ in Stadthagen. Dort wird das Korn frisch vermahlen, zu Brot und Kuchen verarbeitet und kommt dann zum Verkauf zurück in unseren Hofladen. Es wird hauptsächlich Vollkornmehl verarbeitet, aber auch niedrigere Ausmahlungsgrade, d.h. man bekommt vom dunklen, kornigen Vollkornbrot bis zum hellen, leichten Ciabatta alles, was das Herz an Brot begehrt.
 
Für Mehl gibt es unterschiedliche Typenbezeichnungen, die den Gehalt an Mineralstoffen angeben, so sind z.B. in 100 g Mehl vom Typ 405 nur 405 mg Mineralstoffe enthalten, während in einem Vollkornmehl, wo das ganze Korn samt Schalen und Keimling verarbeitet wird, der Mineralstoffgehalt zwischen 2000 – 2400 mg liegt. Ein Vollkornmehl ist ernährungsphysiologisch viel wertvoller als ein Mehl mit niedriger Typenzahl, da es ein höheren Anteil an Vitaminen, Ballast- und Mineralstoffen, Eiweiß und Fett enthält. Durch den höheren Fettanteil ist es allerdings auch schneller verderblich, und sollte daher immer frisch vermahlen werden.

Die Sommergerste wird als Gemenge mit der eiweißreichen Erbse, einer Körnerleguminose angebaut und bildet die betriebseigene Hauptkomponente für unser Schweinefutter.

 
       
   
  Die Fruchtfolge wird nach folgenden Grundsätzen eingehalten:
Wechsel zwischen Sommerung u. Winterung; Starkkzehrer nach Leguminosen; Kartoffeln grundsätzlich als abtragende Frucht; starker Zwischenfruchtanbau (ca. 15 ha/Jahr); Brache: 10 % der Getreidefläche
     
     
     
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