Kartoffeln:

Der Kartoffelanbau

Der Kartoffelanbau stellt auf dem Biolandbetrieb Maage einen wesentlichen Schwerpunkt dar. Ca. 8 ha der landwirtschaftlichen Nutzfläche werden in der jährlichen Anbauplanung für diese Feldfrucht vorgesehen, von denen etwa 2 ha mit Frühkartoffeln bestellt werden.

Um gute „Startbedingungen“ zu gewährleisten wird das Pflanzgut bereits Anfang des Jahres in Keimkisten ( gelochte Kunststoffkisten) künstlichem Licht ausgesetzt, so dass sich Keime entwickeln.
Bei entsprechenden Boden- und Temperatur-verhältnissen können ab Mitte März bis Anfang April die vorkeimten Frühkartoffeln

  gepflanzt werden. Dies ist ein sehr arbeitsintensiver Vorgang. Um die Keime
nicht abzubrechen, werden die Kartoffeln sozusagen „mit Samthandschuhen“
von Hand gepflanzt, dafür sind drei Arbeitskräfte im Einsatz. Zur Optimierung
der wachstumsbedingungen decken wir die Flächen mit Lochfolie oder Vlies ab. Bereits Anfang Juni

 

beginnt die Ernte unserer beiden frühen Sorten –
in diesem Jahr Gloria, Nicola und Anuschka.


Da die Schale dann noch nicht ausgebildet ist, muss man besonders vorsichtig bei der Ernte vorgehen, d.h. die gerodeten Kartoffeln fallen vom Förderband des Roders nicht direkt in den Bunker, sondern werden in Plastikkisten „aufgefangen“,
was wiederum recht arbeitsintensiv ist.

Für die Verbraucher hat die Frühkartoffel den großen Vorteil: man muss bzw. kann sie nicht schälen - einfach nur waschen, bürsten, kochen und genießen!

Im Calenberger Land steht der Biolandhof Maage an erster Stelle mit dem Angebot an Frühkartoffeln.

Auch die „späteren“ Sorten kommen bereits im vorgekeimten Stadium in die Erde, um so einen Wachstumsvorsprung zu nutzen und dadurch gegen Kartoffelkrankheiten wie z.B. die Kraut – und Knollenfäule besser gefeit zu sein.

Das Saatgut kommt teils aus dem eigenen Nachbau, teils von Saatgutfirmen, die ökologisches Pflanzgut anbieten.

Die Sortenauswahl deckt das ganze Spektrum an verschiedenen Kochtypen ab:

von festkochenden Sorten wie Nicola und Belana, die bestens geeignet sind für Salz- und Pellkartoffeln, Kartoffelsalat, Bratkartoffeln oder Pommes frites

über die vorwiegend festkochenden und mäßig mehligen Sorten Linda und Granola - sozusagen die Allroundgenies, die wegen ihres höheren Stärkegehaltes etwas lockerer sind und sich sowohl für Salz-, Pell-, Brat- und Folienkartoffel als auch für Gratins, Aufläufe, Eintöpfe und Kartoffelpuffer verwenden lassen.
bis hin zur mehligkochenden Talent, die auf Grund des hohen Stärkegehaltes beim Kochen aufbricht und in der Struktur körniger ist. Daher ist sie hervorragend für Zubereitung von Püree, Klößen, Puffern, Eintöpfen und Suppen geeignet.

Als Besonderheit bauen wir seit dem Jahr 2004 auf einer kleinen Fläche alte Kartoffelsorten an.

Diese Kartoffelraritäten unterscheiden sich durch Form und Farbe deutlich von den handelsüblichen Sorten und
sind als kulinarische Spezialität zu bezeichnen. So gibt es z. B. blaufleischige Sorten wie Blue Salad Potato und Blauer Schwede , während die Bamberger Hörnchen oder die roten Pink fir Apple auf Grund ihrer länglich– knorrigen Form schon mal die Frage aufkommen lassen, ob es sich auf überhaupt um Kartoffeln handelt.

Ohne jeglichen mineralischen Stickstoffdünger und ohne chemische Pflanzenschutzmittel wachsen die Knollen in den Frühjahrs – und Sommermonaten bis zum Erntezeitpunkt heran.

Um eine gute Kaliumversorgung zu gewährleisten , die für den Stoffwechsel der Pflanze wichtig ist, wird im frühen Wachstumsstadium mit Patentkali gedüngt, lediglich die Frühkartoffeln erhalten zusätzlich Haarmehlpellets zur Stickstoffversorgung.

Zu hohe Stickstoffgehalte im Boden können den Geschmack der Kartoffel negativ beeinflussen, um dem entgegen zu wirken stehen die Kartoffeln bei uns in der Regel am Ende der Fruchtfolge als sog. „abtragende Frucht“, bevor wieder Kulturen (Leguminosen) angebaut werden, die Stickstoff im Boden sammeln.

Leider haben auch unsere Kartoffeln - besonders in Jahren mit feuchter Witterung – mit der Kraut – und Knollenfäule
zu kämpfen, die von einem Pilz hervorgerufen wird. Bei hohem Infektionsdruck genehmigt der Bioland-Verband dann
eine Behandlung mit einem Kupferpräparat. Gern würden wir auf diese Maßnahme verzichten, jedoch wären wir gegenüber den Kollegen dann nicht mehr konkurrenzfähig. Selbstverständlich ist das Kupfer

lange vor dem Erntezeitpunkt wieder abgebaut.

Auch der Kartoffelkäfer kann in manchen Jahren zum Problem werden, hier gibt es ein biologisches Mittel, den Bacillus thuringiensis, der von den Larven gefressen wird und diese abtötet.

Eine Regulierung des Beikrauts erfolgt lediglich auf mechanische Art: mit der Netzegge, dem Häufler, der Rollhacke oder von Hand mit Sichel und Hacke.

Nach der Ernte, die sich über den Zeitraum Anfang Juni bis Mitte September ausdehnt, werden unsere Kartoffeln bis zur Weiterverarbeitung in großen Holzkisten

im Kartoffellager aufbewahrt. Vor der Verpackung in Säcke oder Papiertüten
erfolgt eine sorgfältige Durchsicht, bei der grüne, unförmige und beschädigte Kartoffeln aussortiert werden.

Diese „Ausschussware“ kochen wir im großen Dämpfer und so wird sie zur Delikatesse für unsere Mastschweine.

Sie können unsere Kartoffeln ganzjährig täglich in der Selbstbedienung bekommen :

in Papiertüten zu 5,5 oder 2,5 kg

( Öffnungszeiten Mo-Sa: 7-22 Uhr, So.:10 – 19 Uhr).

Ab September bis zum Jahresende gibt es immer freitags und samstags auch größere Mengen zum Einkellern direkt aus dem Kartoffellager.

Im September findet traditionell zum Abschluss der Kartoffelernte unser Kartoffelfest auf dem Hof statt, bei dem Sie die ganze Kartoffelvielfalt bewundern und genießen können.

 

 

Unsere Sorten:

  • Linda, vorwiegend festkochend
  • Nicola, festkochend
  • Belana, festkochend
  • Granola, mäßig festkochend

Diese Sorten erhalten sie im Hofladen oder in der Selbstbedienung
Der Hofladen ist geöffnet: Dienstag bis Freitag von 9.00 Uhr bis 18.30 Uhr und Samstags von 9 - 13.00 Uhr

 

Unsere Kartoffelraritäten:

  • Rote Emmalie, vorwiegend festkochend
  • Bamberger Hörnle, festkochend
  • Violetta, festkochend

 

Diese Sorten sind teilweise im Hofladen oder direkt im Kartoffellager erhältlich.




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